Oktober 2021, Teil II

Der Oktober ist mittlerweile vorbei. Wie ging es nun weiter.

Was ich zuerst feststellte war, dass die Ärzte recht hatten. Ich musste das Essen und Trinken neu „lernen“. Früher habe ich, wenn ich Durst hatte, eine Flasche Wasser angesetzt und leer getrunken. An manchen Tagen gingen so bis zu 5 Liter die Kehle runter. Das war erstmal vorbei. Ich hatte Probleme überhaupt 2 Liter zu bewältigen. Das schaffe ich heute auch noch nicht jeden Tag.

Mit dem Essen war es das Gleiche! Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, dass man mit sowenig so satt werden kann. Aber die Ernährungsberater haben mich dahingehend beruhigt, dass das in dieser Phase völlig normal wäre.

Hier mal eine Übersicht über die Kalorien und Wasserzufuhr der ersten drei Wochen nach der OP

Kalorien zählen bracht man in den ersten Wochen nicht. Man schafft die Vorgaben von 40-60g Eiweiß sowieso nicht. Ich habe häufig nur 3 Mahlzeiten geschafft, manchmal nur zwei.

Zu letzten Termin hat mir die Ernährungsberaterin gesagt, dass ich, aufgrund meiner Größe eigentlich 90-110g Eiweiß aufnehmen müsste. Das wird noch ein langer Weg, bis ich dass routinemäßig umsetzen kann.

Bisher bin auch vom Phänomen des Dumping verschont geblieben. Kommt aber daher, dass ich mich stringent an die Vorgaben halte. Sobald ein Sättigungsgefühl eintritt, höre ich mit dem essen auf.

Man soll sich ja nach der OP regelmäßig bewegen. Das hat leider bei mir nicht immer funktioniert. Dieser interne Schweinehund ist weiterhin sehr hartnäckig. Auch für Golf hatte ich keine Lust. Wie so häufig beschrieben, gab es auch bei mir Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Daran muss und werde ich ab November verstärkt arbeiten.

Wie hat sich nun eigentlich das Gewicht verändert? Ist das nicht der Grund, warum ich mich der Tortour unterzogen habe?

Der Tag der Operation

Ich habe überraschend gut geschlafen. Eigentlich war ich auch gar nicht aufgeregt.

Gegen 07:00 Uhr kamen die Pfleger und Pflegerinnen, um mich auf die Operation vorzubereiten. Der Bauch, als Operationsfeld wurde rasiert. Danach ging nochmal unter die Dusche und dann in die OP- Bekleidung. Im Anschluss ging es dann sofort in den OP. Überraschenderweise für mich, musste ich die letzten Meter laufen. An der Liege angekommen, wurde ich dann verkabelt. Die Narkoseeinleitung ging dann sehr schnell. Instinktiv versuchte ich dagegen anzukämpfen, aber es war natürlich sinnlos.

Ca. 2 Stunden später bin ich im Aufwachraum wieder zu mir gekommen. Ich hatte erwartungsgemäß keine Schmerzen, aber ich musste pinkeln. Die Schwester sagte, ich solle es einfach laufen lassen. Ich dachte, ich hätte mich verhört, aber die Schwester bestätigte das nochmal. Also lies ich es laufen. Was ich da noch nicht gemerkt hatte war, dass ich noch einen Blasenkatheder hatte.

Etwas später wurde ich auf ein separates Zimmer gebracht, wo ich unter Aufsicht eines Pflegers noch beobachtet wurde. So konnte ich dann auch immer meinen Blutdruck, Sauerstoffsättigung und co. beobachten. Der Pfleger wechselte regelmäßig die Spülflüssigkeit für die Blase. Da sonst nicht viel los war, hörte ich Musik und döste so vor mich hin …