9€- Ticket

Was hat es nun ganz konkret für mich gebracht?

Ich habe die Einführung dieses Tickets mit gemischten Gefühlen betrachtet. Zuerst war ich in Sorge, dass mir der Anreiz jeden Tag meine 10.000 Schritte zu gehen abhanden kommt. Aber auch die Chance, weiter rauszufahren und von dort meine „Rundgänge“ zu beginnen. Beide Sachverhalte sind nicht eingetreten.

Ich hatte meine Monatskarte (IsarCardAbo) zum 12/2021 gekündigt. Für Fahrten habe ich mir dann eine elektronische Streifenkarte gekauft. Die Monatskarte hat mich zuletzt 57€ für 10 Monate gekosten. Zwei Monate waren kostenfrei. Also 570€/Jahr.

Dennoch habe ich natürlich mal die Zahlen zusammengestellt:

MonatAnzahl FahrtenGegenwert StreifenkarteAnlass
Juni926,30 €3 x Arzt
3 x Besorgung
2 x Arbeit
1 x Besuch
Juli 1138,50 €2 x Arzt
5 x Besorgungen
4 x Arbeit
August1654,30 €2 x Arzt
5 x Besorgungen
9 x Besuch
Übersicht Fahrten mit 9€- Ticket

Der Gegenwert in Streifenkarten betrug: 119,10 €

Um es zu vergleichen ist es auch interessant zu wissen, wie viele Streifenkarten ich in 2022 bis dahin gekauft, um zu sehen, ob die Kündigung des Monatstickets die günstige Variante war:

MonatKosten für Streifenkarten / sonstige Fahrkarten
Januar15,20 € / Tageskarte 8,20 €
Februar15,20 €
März2x 1,80 € Kurzstrecke
April30,40 €
Mai15,20 €
Übersicht Nutzung elektronische Streifenkarte

Gesamtausgaben: 87,80 €

Ich bin also Juni / Juli / August mehr gefahren, als ohne das 9€-Ticket.

Dennoch sind beide Varianten eine enorme Kosteneinsparung gegenüber dem Monatsticket von 57 €. Jetzt stellt sich mir die Frage, wieviel eine Nachfolgelösung des 9 € Tickets kosten dürfte, damit ich es mir kaufen würde?

Ich habe das 9 €- Ticket nicht für Fahrten mit dem Regionalverkehr genutzt. Dazu fehlte es mir einfach an der Notwendigkeit. Auch Fahrten mit dem Auto sind nicht mehr geworden. Wie schon gesagt, bin ich mehr gelaufen als im Jahr zuvor. Ich bin auch zum Entschluss gekommen, dass der Weg zur Arbeit per Fuß bewältigt werden kann. Dauert, einschließlich Stop beim Bäcker, ca. 45 Minuten. Diesen Weg habe ich auch schon bei Regen getestet und für machbar empfunden. Dennoch wird es auch in Zukunft Fahrten zur Arbeit mit dem ÖPNV geben.

Den Fernverkehr habe ich seit beginn der Corona- Maßnahmen gar nicht mehr genutzt. Allerdings besteht hier auch keinerlei Notwendigkeit dazu.

Für Freizeitaktivitäten, die finden meist am Wochenende statt, muss dann doch das Auto herhalten. Es gibt außerhalb von München große Lücken im Nahverkehrsangebot. Würden diese reduziert, besteht auch weniger Notwendigkeit für ein Auto. Zudem ist der ÖPNV in München und im Umland, gerade im Bereich der S- Bahn äußerst störanfällig.

Also, was wäre ich bereit, für ein Monatsticket zu bezahlen? Unter Berücksichtigung meine Präferenzen wären das zwischen 20 – 30 €. Sollte es für die zusätzliche Nutzung des Regionalverkehrs möglich sein, wäre das sogenannte 365 € Ticket tatsächlich eine Alternative. Mehr ist nicht attraktiv. Nicht, dass ich dann mehr Auto fahren würde. Nein, ich würde viele Fahrten gar nicht antreten und viele Freizeitaktivitäten anders gestalten.

Der unbestreitbare Vorteil des 9€- Tickets war jedoch, dass man sich keine Gedanken um die Tarifstruktur machen musste. Einfach in den ÖPNV einsteigen und fertig …